Du bist nicht gestört, wenn Dein Körper mit Dir spricht

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Mit Anfang 30 begann meine Odyssee. Viele Ärzte und Therapeuten versuchten mir zu helfen, nachdem mir die Diagnose "generalisierte Angststörung" gestellt wurde. Auch eine psychosomatische Reha-Maßnahme in einer Klinik brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Angst hatte mich fest im Griff.

20 Jahre war die Angst fester Bestandteil meines Lebens. Obwohl es am Anfang sehr half, dem Kind einen Namen geben zu können, würde ich heute sagen, dass gerade die Diagnose dazu beitrug, meine Ängste zu vertiefen und einer Lösung eher im Wege stand.

Eine sehr gute Freundin beendete endlich meine Odyssee! In einem Workshop lernte sie körperorientiertes Bewusstseinstraining kennen und machte mich darauf aufmerksam.

Ich erinnere mich noch ganz genau an meinen ersten Kontakt. Die einzige Frage, die mir im Kopf kreiste, war: "Werde ich hier meine Angst los?" Ich spürte bereits, dass ich hier in gute Hände kommen würde. Das war entscheidender als die positive Antwort auf meine Frage. Letztlich ausschlaggebend war, dass ich die Überzeugung meines Gesprächspartners, mir helfen zu können, spürte und ich ihm vertrauen konnte. Etwas in mir sagte eindringlich: "Ja" zum Training und ich legte los.

Zu Beginn erwähnte ich ja schon, dass die Diagnose eher hinderlich war, als mir zu helfen. Mein erster Trainingsschritt war, zu verstehen, dass eine Angststörung keine Störung ist! Das klingt erstmal merkwürdig, aber die Logik dahinter ist sehr einleuchtend.

Mit der Angst drückt der Körper aus, dass es ihm an irgendetwas fehlt. Ein wichtiges Bedürfnis wird nicht befriedigt, z. B. Sicherheit oder Gesund-sein. Der Körper macht mit Hilfe der Angst auf sich aufmerksam und möchte für sich sorgen. Er spricht durch die Angst mit Dir und es ist wertvoll, hinzuhören. Je weniger ich meinen Körper spürte und verstand und die Angst als Störung empfand, desto mehr Gegendruck entwickelte mein Körper und die Angstzustände wurden heftiger. An dieser Stelle verstand ich, dass ich nicht gestört war, wenn mein Körper mit mir spricht!

Die Lösung ist, den Spieß umzudrehen! Statt gegen den Körper zu kämpfen, ist es wichtig, mit ihm zu gehen. Erkenne, was Du im Augenblick brauchst und wie Du Deine Bedürfnisse befriedigen kannst. Dafür musst Du etwas tun, was wir "Switchen" nennen. Was es damit auf sich hat, darüber schreibe ich in meinem nächsten Beitrag.

Ich möchte Dich ermutigen, über meine Gedanken nachzudenken und zu schauen, ob sie Dir nicht weiterhelfen können. Der längste Weg fängt mit dem ersten Schritt an, und das war für mich, zu verstehen, dass ich nicht gestört bin, sondern dass es um unbefriedigte Bedürfnisse ging.

Veröffentlicht vor 3 Monaten unter Switchen, kontrollieren, führen

Marla Sommer

Marla betreibt als selbstständige Trainerin das Studio für Leben braucht Bewegung im schönen Haltern am See. Schon als Kind konnten ihre Eltern ihren Bewegungsdrang kaum bändigen und sie durfte sich in vielen Sportarten ausprobieren. Erst sehr viel später machte Marla mit Leben braucht Bewegung die Erfahrung, dass grobmotorische Bewegungen auch etwas im Inneren, im Emotionalen, auslösen. Diese Erkenntnis half ihr, sich von ihren Angstzuständen zu befreien. Jetzt zeigt sie anderen Menschen Wege ins Glück. Dabei hilft Bewegung auf wunderbare Art und Weise Körper und Geist in Balance zu bringen. Wenn sie mal nicht trainiert, liebt sie es, in der Natur zu sein, in ihrem Garten Zeit zu verbringen oder Feedback zu ihren Beiträgen zu beantworten, das sie gerne per E-Mail an ms@lebenbrauchtbewegung.de empfängt.